Bitterstoff-Tropfen
ganz einfach selber herstellen
Bitterstoffe wirken nicht einfach nur „auf die Verdauung“ – der Körper besitzt Bitterstoff-Rezeptoren (TAS2R) nicht nur auf der Zunge, sondern auch im Magen-Darm-Trakt. Dadurch können Bitterstoffe verschiedene Verdauungssignale auslösen
Was passiert im Körper?
1. Sie regen Verdauungssignale an
Der bittere Geschmack wird bereits im Mund registriert. Im Magen-Darm-Trakt können Bitterstoffe ebenfalls Rezeptoren aktivieren und dadurch die Verdauungsabläufe beeinflussen.
2. Sie können die Magen-Darm-Bewegung beeinflussen
Bitterstoff-Rezeptoren sind an der Regulation der Magenentleerung und Darmbewegung beteiligt. Die konkrete Reaktion hängt vom jeweiligen Bitterstoff und seiner Konzentration ab.
3. Sie beeinflussen Darmhormone
Bitterreize können unter anderem die Ausschüttung von GLP-1, CCK und PYY beeinflussen. Diese Hormone spielen eine Rolle bei Verdauung, Sättigung und Stoffwechsel.
4. Sie können das Hungergefühl beeinflussen
Über diese Darmhormone und Signale an das Nervensystem können Bitterstoffe zur Sättigungsregulation beitragen. Das bedeutet aber nicht, dass Bittertropfen automatisch beim Abnehmen helfen. Die Studienlage beim Menschen ist dafür nicht überzeugend genug
5 kraftvolle Bitterkräuter für eure Tropfen
Löwenzahnwurzel
Die Wurzel enthält verschiedene Bitterstoffe und wird traditionell bei Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Sie macht die Mischung etwas runder und weniger „einseitig“ als eine reine Tausendgüldenkraut-Tinktur.
Tausendgüldenkraut
Das ist in deiner Mischung der stärkste Bitterstoffgeber. Seine Bitterstoffe können über Bitterrezeptoren Verdauungsreaktionen anstoßen. Traditionell wird es deshalb vor allem als Appetitanreger und zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt.
Schafgarbe
Schafgarbe bringt neben Bitterstoffen auch aromatische Pflanzenstoffe mit. Traditionell wird sie bei Völlegefühl, Blähungen und krampfartigen Verdauungsbeschwerden verwendet.
Angelikawurzel
Angelikawurzel ist weniger extrem bitter und stärker aromatisch-würzig. Sie kann geschmacklich eine gute Ergänzung sein und wird traditionell zur Unterstützung der Verdauung verwendet.
Wermut
Sehr kräftiges Bitterkraut, das traditionell zur Unterstützung von Appetit und Verdauung eingesetzt wird. Wegen seiner intensiven Bitterkeit wird Wermut in Bitterstoffmischungen meist sparsam dosiert.
Bitterstoff-Tropfen
herstellen für 100 ml
10 g Löwenzahnwurzel
5 g Schafgarbe
5 g Tausendgüldenkraut
3 g Angelikawurzel
2 g Wermutkraut
100 ml Alkohol mit etwa 40 % vol.
So geht’s:
Kräuter grob zerkleinern.
In ein sauberes Schraubglas geben.
Mit dem Alkohol vollständig bedecken.
2–3 Wochen dunkel stehen lassen und täglich schütteln.
Durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter abseihen.
In eine dunkle Tropfflasche füllen.
Dosierung: Zunächst etwa 10–15 Tropfen vor einer Mahlzeit, um zu sehen, wie du es verträgst.
Der Wermutanteil ist bewusst niedrig, weil er sehr intensiv ist und Thujon enthält.
„Die Mengenangaben beziehen sich auf getrocknete Kräuter.“
Die verwendeten getrockneten Kräuter sind in der Regel auch in der Apotheke erhältlich.
Und warum nimmt man Bittertropfen vor dem Essen?
Das ist vor allem eine traditionelle Anwendung: Der bittere Geschmack setzt bereits vor bzw. zu Beginn der Mahlzeit Verdauungssignale in Gang. Deshalb werden Bittertinkturen häufig kurz vor dem Essen verwendet.
Für deine geplante Mischung aus Löwenzahnwurzel, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut und Angelikawurzel ist das also grundsätzlich ein klassischer Ansatz.
Wichtig: Bitterstoffe sind nicht automatisch für jeden gut. Bei bestimmten Magenproblemen oder Erkrankungen der Gallenwege können stark bittere Präparate ungeeignet sein.
„Bitterstoff-Tropfen können die Verdauung unterstützen, sind einfach anzuwenden und lassen sich mit ausgewählten Kräutern günstig und unkompliziert selbst herstellen.“
Wenn du mehr über die Welt der Kräuter entdecken möchtest, begleite mich gerne bei einem Kräuterspaziergang.
